| Name ist Schicksal. Davon ist Lucette überzeugt, als sie ein Kind erwartet. Diesem Kind soll ein aufregendes Leben vergönnt sein, deshalb entscheidet Lucette sich für die totale Extravaganz, für einen Namen, den sie in einem Lexikon des 19. Jahrhunderts gefunden hat: Sie nennt ihr Kind Plectrude.
Noch vor der Geburt erschießt die werdende Mutter den werdenden Vater. Sie weiß nicht wirklich weshalb, vermutet aber, dass der Schluckauf sie dazu ermahnt hat, den das Kind in ihrem Bauch hatte. Jedenfalls aber damit, dass der Mann für das Kleine eine ernste Bedrohung hätte werden können, weil er es nämlich mit einem ganz und gar gewöhnlichen Namen belegen wollte. Es scheint, als müsse die junge Mutter das Schicksal ihres Kindes verteidigen, als sei sie geradezu ein Werkzeug dieses Schicksals. Eines Schicksals, das für die junge Mutter die Erfüllung ihres eigenen bedeutet. So strahlend das Leben auch sein mag, das der kleinen Plectrude bevorsteht, die Mutter wird daran nicht mehr teilhaben. Sie begnügt sich mit der Gewissheit, ihr mit dem Namen alles Nötige mit auf den Weg gegeben zu haben und nimmt sich in der Haft ohne ein Anzeichen einer wirklichen Verzweiflung das Leben.
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